Nationalpark Jasmund

Über die Geschichte des Nationalparks

In der Nähe des Königsstuhls liegt der Herthasee (Borg- oder Schwarzer See), der einen Durchmesser von etwa 150 m hat und 11 m tief ist. Westwärts stößt ein Burgwall an den See, der einen ovalen Platz einschließt und einen Umfang von 300 m hat und westlich fast in einem Viertelkreis von einem zweiten, aber unregelmäßigen Wall eingefasst wird.

Der Herthasee (auch Borg- oder Schwarzer See)

Man hat diesen Wall, der 136 m ü. NN liegt, für die Reste der Herthaburg gehalten und dahin den Schauplatz der Hertha- oder Nerthus-Sage verlegt, der Wall ist aber viel wahrscheinlicher ein Burg- und Tempelwall aus der Zeit der slawischen Besiedlung Rügens ab dem 7. Jahrhundert, der vielleicht den Tempel des Czernoglowy umschloss.

Die Geschichte des Naturschutzes reicht auf Jasmund bis ins 16. Jahrhundert zurück. Ziel war zunächst der rein wirtschaftlich begründete Schutz des Waldes als Rohstoffquelle. Vor diesem Hintergrund wurde 1586 eine erste Holzordnung erlassen. Sie steht am Anfang jahrhundertelanger Bemühungen um eine nachhaltige Waldnutzung.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts drohte die Zerstörung der Steilufer durch den Kreideabbau. Dies rief Naturliebhaber auf den Plan und 1929 wurde das Naturschutzgebiet Jasmund per Polizeiverordnung ausgewiesen. Diesem folgte 1986 das Naturschutzgebiet Quoltitz im Westteil des heutigen Nationalparkes. Mit der politischen Wende in der DDR drohte dem Gebiet die Gefahr der hemmungslosen touristischen Vermarktung. 1990, im Zuge des Nationalparkprogramms der DDR, konnte schließlich auch der Nationalpark Jasmund etabliert werden.
Damit fand eine Idee ihre Umsetzung, die 1964 von Lebrecht Jeschke erstmals formuliert worden war.